Alfred Flatow schließt sich 1887 in Berlin der Turnerschaft Korporation 1863 an und beginnt seine sportliche Laufbahn als Wett-Turner. 1890 wird er jüngster deutscher Turnlehrer und in den Folgejahren zu einem der besten deutschen Turner überhaupt. Mit der deutschen Turnerriege, darunter auch sein Cousin Gustav Felix Flatow, erringt er bei den Olympischen Spielen in Athen 1896 Gold im Mannschaftsturnen am Barren und am Reck, dazu im Einzelturnen Gold am Barren und Silber am Reck. Seinen Lebensunterhalt verdient sich der Alfred Flatow mit einem kleinen Fahrradladen in Berlin, arbeitet nebenher als Journalist und Sportfunktionär und gehört 1903 zu den Gründungsmitgliedern der Jüdischen Turnerschaft, dem ersten jüdischen Sportverband in Europa.

Im Oktober 1933 tritt der jüdische Sportler unter zunehmendem antisemitischem Druck durch die Nazis aus der Turnerschaft Korporation aus. In den darauf folgenden Jahren lebt er zurückgezogen in der Landshuter Straße in Berlin-Schöneberg und übersiedelt später nach Kreuzberg. Der Olympiasieger der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit, der 1936 noch Ehrengast der von den Nationalsozialisten ausgerichteten Olympischen Spiele ist, wird im Oktober 1942 mit dem Transport I/71-8230 ins KZ Theresienstadt deportiert, wo der völlig Entkräftete im Alter von 73 Jahren kurz darauf an Hunger stirbt.

Quelle: Hajo Bernett: Alfred Flatow. Vom Olympiasieger zum "Reichsfeind", in: Sozial- und Zeitgeschichte des Sports, Köln, 1 (1987), 2, S. 94-102



Nach dem ersten Weltkrieg spielen Schwarze auch im Sport eine immer größere Rolle. Schwarze Spitzensportler widerlegen die These der Nazis von der "natürlichen Überlegenheit" der "arischen Herrenmenschen" im "Rassenkampf", der angeblich auch in den Sportarenen ausgetragen wurde.

Besonders ärgerlich für die Nazis war die Siegesserie des Afroamerikaners Jesse Owens bei den Olympischen Spielen in Berlin 1936. Owens gewann nicht nur vier Goldmedaillen, sondern wurde auch - praktisch vor Hitlers Nase - vom deutschen Publikum als "Held von Berlin" gefeiert.

Von der Begeisterung Hitler-Deutschlands für Jesse Owens berichtet auch Hans-Jürgen Massaquoi in seiner Autobiografie "Neger, Neger, Schornsteinfeger". Massaquoi überlebte als Kind und Jugendlicher mit schwarzer Hautfarbe das Dritte Reich in Hamburg und wurde später Chefredakteur der größten afroamerikanischen Zeitschrift in den USA.

Quelle: www.exil-club.de

Antisemitismus und Rasssimus führen in den menschlichen Bankrott. Es bedarf lediglich eines Blickes zurück in die Geschichte, um zu begreifen, dass diese Übel der gesamten Gesellschaft schaden zu fügen. Heute, im 21. Jahrhundert, steigen diese Tendenzen in Europa und weltweit erneut besorgniserregend an.
Es sind keine deutschen Erfindungen, jedoch hat Deutschland bezüglich der Geschichte eine besondere Verantwortung zu tragen, die nicht als Last, sondern vielmehr als Herausforderung begriffen werden sollte. Eine bundesweite Einführung von Ethik- und Demokratieunterricht schon in der Vorschulphase kann mit dazu beitragen, dem menschenverachtenden Treiben langfristig entgegenwirken. Diese Maßnahme könnte auch in anderen Ländern Früchte tragen.

Die folgende Grafik zeigt eine hohe Anzahl an rechts gerichteten Straftaten gegenüber anderen Gruppierungen in Deutschland, die Tendenz für 2008/2009 ist steigend. (siehe auch Verfassungsschutzbericht)

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Tabelle: Quelle: http://npd-blog.info/


Diese Straftaten werden übrigens nicht nur von Jugendlichen, sondern auch von älteren Erwachsenen begangen, zudem haben auch Mädchen und Frauen einen nicht zu unterschätzenden Anteil daran.
Wenn es um das Thema Jugendkriminalität geht, so können die Eltern und das Umfeld nicht ausgeblendet werden, der Mensch lernt durch Nachahmung. So auch in den rechten bzw. rechtsextremen Szenen. Kinder und Jugendliche brauchen Zuwendung, - hierzu gehört auch das Aufzeigen von Grenzen – und eine hohe Unterstützung zur Bildung ihres Selbstvertrauens.

Die neuen Rechten und die Rechtextremen, die untereinander vernetzt sind und zusammenarbeiten, machen sich die traurige Entwicklung einer teils gescheiterten Integrationspolitik zum Programm, indem sie die Ursachen und Tatsachen verdrehen, um Wähler für ihre erbärmlichen Ideologien zu gewinnen. In dem Verfassungsschutzbericht 09 wird die Gefahr solcher neuen rechten Bewegungen, wie beispielsweise der Bürgerbewegung pro Köln oder –pro NRW trefflich als „trojanische Pferde des Rechtsextremismus für die Kommunalwahlen” bezeichnet.

Besorgniserregend sind zudem die antisemitischen Tendenzen und Übergriffe der fundamentalistischen Moslems, die schon seit geraumer Zeit auch mit den neuen Nazis gemeinsame Sache machen wenn es um den gemeinsamen Feind geht. Hierzu wird wie in rechten und rechtsextremen Strömungen versucht, Kinder und Jugendliche mit rechtsextremer Musik zu ködern:

Refrain aus einem Rapp produziert von neuen Nazis und arabischen Fundamentalisten: „Nazi, Nazi, sag nicht nein, töte jedes Judenschwein, denn die Juden sind gemein, es lohnt sich nicht um sie zu wein, Alla hu Akbar“.

Die Straftaten linksextremer sind in 80 % der Fälle eine Antwort auf die Übergriffe der Rechtsextremen. Zudem sind und waren auch Linksextreme keineswegs vor Antisemitismus resistent. Auch das zeigt die Geschichte.


Antisemitismus im Sport heute: Der jüdische Fußballclub Makkabi beklagt die immer häufiger werdenden antisemitischen Verbalattaken von Spielern nicht-jüdischer Vereine und der damit verbundenen Gleichgültigkeit.

Antisemitsmus im Fussball

Muslimischer Antisemitismus

Rassismus im Sport heute: Patrick Owomoyela, der damalige Profi von Werder Bremen und der Dachverband hatten 2006 Strafanzeige gestellt, weil die NPD auf der Titelseite eines von ihr herausgegebenen Weltmeisterschafts-Planers ein Trikot der deutschen Nationalmannschaft mit dem Schriftzug "Weiß. Nicht nur eine Trikot- Farbe! abgebildet hatte.

Owomoyela und der DFB kämpfen gegen die NPD

Rassismus in deutschen Fussballstadien

Dies sind nur zwei Beispiele von vielen und auch in anderen europäischen Ländern gibt es eine hohen Anzahl antisemitischer und rassistischer Ausgrenzngen und Übergiffe zu beklagen.

News: http://www.tagesspiegel.de/berlin/rassistische-attacken-opfer-schwer-verletzt/6048968.html